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"Down Under" |
Wie geht dieses gute alte Volkslied noch gleich? "Heute hier,
morgen dort, bin kaum da, muss ich fort […]". Nach Hong
Kong sollte nun also Sydney die zweite Station meiner Rundreise sein.
Und um es mal kurz zu fassen: Sydney gefällt mir noch eine Spur
besser, als alle anderen Städte die ich bisher so gesehen habe.
Schon zu Beginn fallen einem die ausgesprochen freundliche und herzliche
Art der Leute auf. Das begann in meinem Fall schon bei der Ankunft
am Flughafen: Wo man in anderen Ländern eher mistrauisch von den
Grenzern begutachtet wird, begrüßte mich in meinem Fall
ein Grenzer mit Namen "Mike" (so zumindest sein Namensschild),
mit einem freundlichen "G'day mate, how'ya doin'? Welcome to Australia!".
Allein von solch positiven Erlebnissen könnte ich jetzt eine ganze
Geschichte erzählen, z.B. wenn man ich mit meiner Stadtkarte bewaffnet
an einer Ampel stehe und ein Sydneyer mir Hilfe bei der Navigation
anbietet ("Hey mate, you alright? You seem lost."). Und jetzt
kommts: Betreffende Personen versuchten NICHT wie in Asien mir eine
Rolex, ihre Tochter, ein Hotel, ein Taxi oder einen Anzug zu verkaufen.
Die Leute hier in Sydney machen das einfach aus purer Menschenliebe…
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Nationalpark "Blue Mountains"
Im Hngergrund die "Three Sisters" |
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Was mir an Sydney aber auch wieder auffällt: Sydney ist die
erste Stadt seit nunmehr 5 Monaten, in der man vom Feminismus erstarkte,
toughe Buiness-Frauen sieht. Entsprechende Spezies (bestückt mit
Nadlestreifen-Hosenanzug, schwarzer Hornblille und Aktentasche) welche
einem schon von Weitem "ich bin unabhängig, kann für
mich selbst sorgen, bla bla blub" vermitteln, suchte man sowohl
in Hong Kong als auch in Singapur mit wenigen Ausnahmen vergeblich.
Extremes Gegenbeispiele gab es in Singapur zu Hauf: Oft genug habe
teilweise die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, wenn
mir Freundinnen berichteten, dass ihre Eltern den Mann aussuchen oder
sich ähnliche Späße à la "Um 23 Uhr musst
du zu Hause sein" und "solange du noch nicht verheiratet
bist wohnst du noch zu Hause" erlauben. Verkehrte Welt, …,
hier in Sydney ist dagegen wieder alles gewohnt europäisch. :
Wie auch immer: Mein Hostel ist auf Empfehlung von Nadja und Stephan
spitze (sitze gerade an einem warmen Sommerabend auf der Dachterrasse
mit direktem Blick auf die Skyline). Auch das "mit anderen Personen
auf einem Zimmer schlafen" stellt sich als weit weniger kompliziert
heraus als angenommen (was wohl daran liegen könnte dass sich
niemand an meinem Schnarchen stört).
Allerdings ist man als "zielstrebiger EBS-BWLer" (Achtung:
Selbstirnie) schon etwas von den Lebensgeschichten der Leute hier schockiert.
So zum Beispiel Aaron, gelernter Schlosser, hat einen Monat lang auf
einer Farm Schafe geschoren. Oder, Thorsten, gelernter Keine-Ahnung',
wäscht in Deutschland Neuwagen bei Ford, und hält sich hier
jetzt seit geraume Zeit mit Nebenjobs über Wasser (spricht übrigens
KEIN Wort Englisch). Pläne für die Zukunft hat übrigens
keiner von beiden (Der Schock überhaupt für den EBSler in
mir :).
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Das berühmteste Bärchen Australiens |
Ansonsten ist Sydney echt top: Das Wetter ist durchweg spitze (siehe Bilder, hier ist gerade dickster
Sommer), die Stadt selbst bietet super viel zu sehen, und auch an Tagesausflügen
gibt es mehr als genügend Möglichkeiten. Sei es ein Tierpark
mit berühmten australischen Tieren (Dingo, Koala, Känguru,
Emu, etc), ein spektakulärer Nationalpark (unbedingt Bilder
anschauen) oder der berühmte Bondi-Beach (lange nicht so spektakulär
wie sein Ruf). Der Tagesausflug in die Weingegend musste wegen Zeitmangel
leider ausfallen, aber mit dem billigen australischen Fusel dort hätte
ich mich sowieso nicht abgegeben. :-P
Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass Sydney einfach spitze ist, aber
auch bei weitem nicht so anders und spektakulär wie meine bisherigen
Stationen in Asien. Wie auch, sind die Australier doch größtenteils
ausgewanderte, langweilige Europäer :)
Und auch mal nach zwei Wochen ein erstes vorsichtiges Fazit über
das Allein-reisen' zu ziehen: Im Vergleich zum gemeinsamen Reisen
hat das ganze auch sehr viele Vorteile. Das soll jetzt nicht heißen
dass es besser oder schlechter ist, aber es ist halt schwer zu vergleichen
da sehr anders.
Die Freiheit zu besitzen, jeden Tag tun und lassen zu können was
man möchte ist unbezahlbar. Denn nur mal so ein Beispiel: Einem
Reisepartner wäre mitunter schwer zu vermitteln, warum ich unbedingt
mal die "Fox Studios" (Geburtsort von StarWars IV - VI oder
Moulin Rouge) sehen will und dafür einen zweistündigen Fußmarsch
auf mich nehme. Und wenn ich halt mal einen Tag lang nix machen will
da müde, stört das auch niemanden.
Soviel für den Moment. Auf jeden Fall die Bilder
nicht vergessen. Oder einfach mal was im Gästebuch
posten...
stefan:.
Forsetzung folgt...