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Typische Einkaufsstraße in Bangkok |
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Da war es also soweit: Nachdem Sven uns aus Bangkok vor
zwei Wochen besuchen kam, waren Simon und meine Wenigkeit letztes
Wochenende dran, nach Bangkok aufzubrechen. Singapur ist zwar schön
und gut, aber nun doch irgendwie sehr westlich. Das sollte in Bangkok
dann mal anders werden (Bildergalerie
nicht vergessen)
Und das war es dann auch. Die erste große Umstellung erwartet
einen schon am Flughafen. Schon beim Taxi muss man anfangen, bis aufs
Blut zu handeln. Obwohl die Taxis zwar alle ein Taximeter haben (und
auch fleißig damit werben) benutzen viele das einfach nur zur
Deko. Wenn man also in ein Taxi steigt und sagt dass man gerne mit
Taximeter fahren möchte, sagen viele Taxifahrer einfach "Nein",
so dass man entweder einen weiteren Taxifahrer fragen oder einen Festpreis
aushandeln muss.
Obwohl das mit dem Handeln doch anfangs irgendwie lustig ist, nervt
es am Ende einfach nur noch. Als arroganter Westler will man einfach
den Komfort einer vollkommenen Preistransparenz (jaja, die BWLer) haben,
so dass man einfach Preise vergleichen kann ohne anfangen muss, sich
um jedes dämliche Brötchen zu kloppen.
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Tempelanlagen vor Bangkok. |
Was mich beim Handeln auch immer wieder überrascht: Die Leute
dort schämen sich halt auch überhaupt nicht, dich vollkommen
offensichtlich zu verarschen. Selbst wenn du denen zu verstehen gibst,
dass du weißt dass der normale Preis nur 10% von dem ist und
die diesen Mist doch mit jemand anderem abziehen sollen, stört
die das keinen Meter.
Beispiel: Man geht in eine Bar wo man für einm Bier 100 Baht bezahlen
soll (laut Preisliste). Drin verlangt der Kellner dann einfach so 250,
als wäre das das normalste von der Welt. Wenn man dann sagt dass
man nur den Preis von draußen bezahlt und er den Mist lassen
soll, heißt es "ok", so nach dem Motto "man kann
ja mal versuchen blöde Westler zu verarschen".
Natürlich findet man das als Westler furchtbar unhöflich,
aber zumindest gibt das einem auch die Möglichkeit, denen gegenüber
genauso "unhöflich" zu sein. Wenn also jemand für
ein T-Shirt (fairer Preis 3 Euro) 25 verlangt (was hochgradige
Verarschung ist), dann nennt man einfach genauso dreist einen Anfangspreis
von 0,5 .
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Beim Schneider: Maßanzüge für
billiges Geld.
Man beachte den Größenunterschied. |
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Ansonsten ist Bangkok ähnlich wie Kuala Lumpur in Malaysia:
Sehr chaotisch, wegen Stau häufig schlechte Luft, teilweise sehr
dreckig, aber auch irgendwie sympatischer als Kuala Lumpur. Vor allem
die "Tuk Tuk" Taxis (dreirädrige Gefährte) machen
extrem Laune. Auch wenn man hier aufpassen muss, dass man nicht a)
mit dem Preis verarscht wird b) in einer Kurve nicht aus dem Tuk Tuk
fällt oder c) an einem Herzanfall stirbt, weil der Fahrer die
Verkehrszeichen mal wieder nur als Ratschlag gewertet hat und auf der
falschen Seite im Gegenverkehr fährt. Komischerweise haben wir
an den vier Tagen abgesehen von einem kleinen Blechschaden keinen einzigen
schwerwiegenden Unfall gesehen, obwohl alles sehr abenteuerlich/gefährlich
aussah.
Was als Westler übrigens hier immer wieder schockierend und faszinierend
zugleich ist, sind die unterschiedlichen Lebensverhältnisse. In
Europa ist ja von von Land zu Land, und zwischen Stadt und Land alles
relativ ähnlich. Hier in Südostasien ist das sehr anders:
Einerseits Singapur als Wohlstands-Metropole mit weitgehend einheitlichem
Standard. Andererseits dann aber auch Thailand als direktes Gegenbeispiel
mit weit niedrigerem Lebensstandard, wo die Leute auf dem Land noch
in Blechhütten wohnen.
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Grau, schwer, feucht.
Thailändischer Elefant auf Tuchfühlung. |
Das Faszinierende daran ist aber, dass es doch den Eindruck erweckt,
dass die Leute dort trotzdem glücklich sind. Natürlich muss
dafür in erster Linie die Grundvoraussetzung (Dach über dem
Kopf, Essen, Trinken) gegeben sein. Aber ich bezweifle, dass der ewig
jammernder Durchschitts-Deutsche wirklich glücklicher ist, als
der Durchschnitts-Thailänder, der auf dem Land wohnt und Reis
anbaut.
Auch wenn das hier jetzt sehr philosophisch klingen mag, so hat mich
doch folgendes Zitat von einem Weltreisenden im Internet irgendwie
nachdenklich gemacht:
"Wir alle sollten uns den Unterschied in den Lebensverhältnissen
zwischen Deutschland und einem Land in der Dritten Welt mal wirklich
bewusst machen, dann würde hier auch nicht mehr so viel gejammert.
Es kann bei uns nun mal nicht ständig bergauf gehen, während
die halbe Welt im Dreck lebt. Grenzenloser Wohlstand macht ja auch
gar nicht glücklich. Eigentlich könnte man hier bei uns rundum
zufrieden sein, man ist gegen fast alles versichert, niemand muss hungern;
in Wahrheit haben die reichen Länder aber die höchste Selbstmordrate."
Tja, viele Fragen und keine Antworten...
Soviel für den Moment (die Bildergalerie
nicht vergessen...) Der nächste Bericht kommt dann wohl schon
aus Kambodscha und Vietnam. Und dann geht es auch schon mit riesen
Schritten auf das Ende meiner Zeit hier in Singapur zu. Und um ehrlich
zu sein werde ich einige Sachen sehr vermissen, obwohl ich mich natürlich
auch schon auf die Zeit danach freue.
stefan:.
Forsetzung folgt...