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30. September 05:
Wasserfalltour im malayischen Regenwald


Verschnaufpause aum Rand
des Flusses in Malaysia

Vorweg: Dieser Bericht wird etwas kürzer, da ich nächste Woche ein Midterm Exam und ein Quiz überleben muss (ja, ich muss hier an der Uni als Austauschstudent alles nur "bestehen", die Noten werden glücklicherweise nicht angerechnet). Daher habe ich dieses Wochenende noch einen Sack voll Arbeit. Erstes Wochenende ohne Freizeit, so eine Unverschämtheit. :) Wie sagte ein ehemaliger Lehrer von mir: "Manche sehen Schule nur als lästige Unterbrechung ihrer Freizeit". Tja... ;)
Auch ist diesmal die zu diesem Bericht gehörende Bildergalerie etwas zerstückelt, da ich Bilder von verschiedenen Ausflügen reingestellt habe.

Das Highlight der letzten Tage war mit Sicherheit die sogenannte "Wasserfalltour" der NUS Rovers. Die "Rovers" sind hier an der UNI eine muntere Truppe von Extremsportlern, die neben Tauchen und Klettern auch mehrtätige Wanderungen jenseits jeglicher Zivilisation anbieten.

Mit dieser Truppe habe ich mich also in meinem jugendlichen Leichtsin für den zweitägigen Wasserfalltrip nach Lumbung in Malaysia angemeldet, wo wir, so die Beschreibung, an einem Fluss an drei Wasserfällen entlangwandern sollen um dann letztendlich die Nacht auf einem freien Platz mitten im Regenwald von Malaysia zu verbringen. Klang also sehr abenteuerlich...

Erster der drei Wasserfälle.
Sehr sehr beeindruckend.

Um es vielleicht vorweg zu nehmen: Obwohl diese ganze Tour nur zwei Tage dauerte, hat sie alles übertroffen, was ich mir darunter vorgestellt habe ("Joa, hmm, halt Wasserfälle gucken und mitten in der Pampa übernachten"). Schon allein die Anfahrt zu dem Startpunkt unserer Wanderung war absolut abenteuerlich. Erst mit der U-Bahn zur Grenze von Singapur, von da aus dann mit dem Bus über die Grenze nach Malaysia, dann mit dem Bus in eine 80 km entferntes Dorf mitten im Nirgendwo, und von da dann nochmal 15 Minuten mit dem Taxi ins Nichts (die Taxifahrt war übrigens sehr sehr abenteuerlich, um nicht zu sagen "rasant"). Der Ort, wo man uns dann abgesetzt hat, war im übrigen wirklich mitten in der Pampa! Kein Dorf oder Stadt weit und breit, sondern einfach mitten im Regenwald.

Mit unseren 15 kg Gepäck auf dem Rücken (Zelte, Kleider, Kochbesteck, 5 Liter Wasser, etc) ging es dann zunächst einmal ganz harmlos los über eine weite Ebene, gesäumt mit Palmen und kurzen Sträuchern. Kurze Zeit später zeigte sich aber, aus welchem Holz der zweitägige Trip wirklich geschnitzt sein wird: Was anfangs noch relativ simpel war (ähnlich einer Wanderung durch die Oestricher Weinberge) wurde mit zunehmender Dauer immer haariger: Je näher wir an die drei Wasserfälle kamen, desto herausfordernder wurde auch unser Weg. Teilweise mussten wir (mit Gepäck auf dem Rücken) durch 1 Meter tiefes Wasser waten (super geiles Gefühl), oder an Felswänden mit Lianen hochklettern. Wer kleiner als 1,60 war (v.a. die weiblichen Teilnehmer) hatte halt am Ende einen durchnässten Rucksack (incl nasser Klamotten, die bei 100% Luftfeuchte auch nicht mehr so schnell trocken wurden). Letzeres (also nasse Klamotten) hatten am Ende aber irgendwie alle, da es zeitweise mal wieder einen 2-Stunden-Monsun gab (also der berühmte An-Aus Regen), was ohne Schirm nicht so wirklich gut endete. Die Wasserfälle zu beschreiben ist im Übrigen sinnlos. Also am Besten mal die Bilder ansehen.

Abschiedsfoto beim Verlassen unseres Nachtlagers.

Am "Zeltplatz" angekommen (eigentlich war es nur eine zufällige Lichtung im Regenwald, siehe Bildergalerie) galt es dann in strömendem Regen das Zelt aufzuschlagen und lecka Essen zu machen. Da es kein fließendes Wasser gab, wurden wir (also die männlichen Teilnehmer) auch endlich von der Last von je 5 kg Trinkwasser befreit, welches wir die ganze Zeit wie die letzten Packesel zusätzlich zum Zelt und dem Kochbesteck schleppen durften. Dafür wurden wir dann aber auch mit einem fürstlichen Abendessen belohnt. (Ach ja, schöne Rollenverteilung: Die Männer schleppen den Krams und bauen das Zelt auf, und die Frauen kochen das Essen).

Der Rückmarsch am nächsten Tag ging dann vergleichsweise problemlos über die Bühne (von den üblichen Blessuren und Blutegel-Unfällen einmal abgesehen). Und irgendwie war dann auch sehr merkwürdig, nach zwei Tagen wieder aus dem Regenwald in die Zivilisation zurück zu stapfen. Auch ist es sehr schade, dass ich zum nächsten Trip der "Rovers" im Dezember, dann vier Tage nach Borneo, nicht dabei sein kann, da ich zu diesem Zeitpunkt schon leider in Sydney sein werde. Sehr sehr schade...

Soviel zum Lumbung Trip. Die Bilder geben einen sehr guten Eindruck von der ganzen Aktion wider. Wovon ich aber leider keine Bilder habe (Achtung: jetzt kommt was ganz anderes) ist von der legendären "New Asia" Bar (hier nur der Link zur Website mit Bildern) im 70. (!) Stock des "Swiss Hotels". Dass der Ausblick über die Skyline von Singapur hier gigantisch (und die Cocktails während der Happy Hour nicht mal sooo teuer sind) erübrigt sich wohl von selbst.

Leichtmatrosen auf hoher See...

Letzter Schwank dieses Berichts:
Ich habe gestern Abend durch einen glücklichen Zufall (der glückliche Zufall auf dem letzten Bild der Bildergalerie heißt Valli und ist in meiner legendären Marketing Gruppe) eine 60 $ Eintrittskarten für den „Club Momo“ bekommen. Dort fand an dem Abend eine ziemlich exklusive Party des Radiosenders mit DJ, Moderation und Livemusik statt. Der Club an sich ist schon sehr spektakulär (hab ich erwähnt dass die Getränke frei waren?), aber noch surrealer waren die Bands, die da aufgetreten sind. So stand neben einer Rockband in Superman-Kostüm auch eine Band auf der Bühne, deren Sänger als Papst verkleidet war (sogar mit der Papst-Mütze!). Total verrückt, v.a. weil die Musik von denen echt spitze war. Zwischendurch gab es dann noch eine Band mit sehr guter unplugged Gitarrenmusik sowie zwei 15 und 18 jährige mit einer phänomenalen "Beatbox" Performance. Also ein wirklich bunter Mix.

Als dann das Abendprogramm dem Ende zuging und die Moderatoren ihren Platz mit den DJs wechselten, gab es eine Überraschung (zumindest für mich als Westler). Wenn in Deutschland ein Tisch auf der Tanzfläche steht, dann benutzen ihn die Leute höchstens zum Gläser-abstellen. Hier läuft das ganze aber anders: Als um 11 zwei Tische auf die Tanzfläche geschoben wurden, dauerte es keine 3 Minuten, bis dort mehrere Leute tanzten. Total lustig, nicht nur die Tatsache an sich, sondern auch deren Tanzstil... :)

Soviel für den Moment (und die Bildergalerie nicht vergessen... ;)

stefan:.

Forsetzung folgt...