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Simon und ich vor imposanter Kulisse. |
Puh, vorab: Diesmal gibt es viel zu berichten (die ganze Palette
war dabei: Freude, Trauer, Schmerz, Hoffnung)...
Um mal mit dem Thema Schmerz und Trauer anzufangen:
Gestern kam mein Laptop auf die lustige Idee, sich auf spektakuläre
Weise mit lautem Geknatter zu verabschieden. Ich hatte schon das Bild
vor mir: Vierwöchige Reparatur, vier Wochen ohne eMail, ohne telefonieren,
ohne Website aktualisieren... (Auf Deutsch: Der Supergau. Ganz zu schweigen
vom Datenverlust).
Aber (Achtung! jetzt kommt's): Das "Customer Service Center"
von Acer darf man sich nicht so vorstellen wie in Deutschland, wo zwei
IT-Freaks einen in einem chaotischen Raum durch Flaschenböden-Brillengläser
murrig anstarren. Vielmehr ist sowas hier wie ein wirkliches "Service
Center": Heller klimatisierter Raum, man zieht sich einen Warte-Coupon,
kann während der 10 minütigen Wartezeit kostenlos trinken
und Kekse essen, Tageszeitungen lesen etc. Kurz: In Deutschland schlichtweg
unmöglich. Dort hätte man vermutlich ein murriges "ja,
ähm, lassen sie das Ding mal hier, ich schau mal, ähm, was
ich da tun kann. Aber erwarten sie mal nicht zuviel, und vor allem
nicht vor nächsten Monat" zu hören bekommen.
Hier läuft das eher à la "Aha, Platte ist also kaputt.
Warten Sie mal (*kram kram*), ich hab hier noch ne neue. (*schwups*),
so, läuft wieder."
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"Barcardi Feeling, lala la la"
(Volleyball mit Kokusnuss") |
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Anhand eines Beispiels zu verallgemeinern ist natürlich immer
problematisch, aber die Tendenz verhärtet sich bei mir langsam:
Egal wo man in Singapur eine Servicedienstleistung anfordert, wird
man freundlicher, schneller und kompetenter bedient als in Deutschland.
Tja, wieder eine Sache, bei der Singapur besser ist als Deutschland
(nachdem die Pünktlichkeit der Bahn und die Freundlichkeit der
Bahnmitarbeiter schon eine Woche vorher an Singapur gegangen ist).
Nur am Rande schmunzelte ich daher noch über die Werbeaussage
in einer "Audi" Werbung: "The new Audi A6 - a masterpiece
of German Engineering"…
Naja, wie auch immer. Ich ziehe später einfach nach Singapur,
dann brauche ich mich nicht mehr mit Deutschland rumzuärgern.
:)
Letzte Woche Dienstag war hier in Singapur übrigens Nationalfeiertag
(um nicht zu sagen: DER Nationalfeiertag schlechtin). Singapur wurde
nämlich stolze 40 Jahre alt…
Wer jetzt denkt "jaja, wieder nur so ein freier Tag für die
Angestellten" der fehlt gewaltig, denn was hier geboten wurde,
war schlichtweg unglaublich. Militärparade, Festumzug, Live-Veranstaltung
im Fernsehen an 4 Orten parallel, Flugshow, Militärausstellung…
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Diese putzigen Zeitgenossen zeigen gerade "Kendo"
und schlagen sich einen Moment später mit den Stöcken
die Köpfe mit unglaublich lautem Geschrei ein... |
Vor allem die große Präsenz des Militärs irritiert
einen als Deutscher doch schon irgendwie, sind wir doch gewohnt uns
wegen unseres schlechten Gewissens regelmäßig für unser
Militär zu entschuldigen. Propaganda-Plakate (siehe
Bildergalerie) wie hier in der U-Bahn "Devastation Unleashed"
(zu deutsch: Entfesselte Verwüstung) oder "Steel Rain"
(Regen aus Stahl) wären in Deutschland nie möglich. Wenn
auch sehr faszinierend (gerade Männer sind mit sowas sehr schnell
zu ködern) war diese gesamte Militärausstellung doch höchst
merkwürdig. Streckenweise kam es einem doch wie ein "Disneyland"
für Erwachsene vor.
Diesen Montag ist übrigens mein guter Freund Simon, den es auch
für ein Semester nach Singapur verschlagen hat, am Flughafen angekommen.
Seine Uni (SMU - Singapore Management University) ist zwar noch eine
einzige Baustelle, trotzdem gehen bei ihm ab nächsten Montag (angeblich)
die Vorlesungen los. Immerhin hat der Staat Singapur mal so eben 1
Mrd $ in den Ausbau dieser Uni gesteckt. Auch wird hier mal soeben
eine komplett neue U-Bahn Linie gebaut, die seine Uni u.a. direkt mit
meiner verbindet…
Insgesamt ist es ein sehr komisches Gefühl, jemanden am anderen
Ende der Welt wieder zu treffen. Aber so komisch es auch ist, umso
spaßiger ist es dann auch, wenn man wie heute Downtown zusammen
lecka essen geht und sich im Anschluss den Bauch mit unverhältnismäßig
großem Nachtisch (siehe Bildergalerie)
voll schlagen kann.
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Sniper-Tarnung der Army.
Man beachte Franks bunten Luftballon
(in der Gallerie noch besser zu sehen). |
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Gestern wurde ich hier an der Uni übrigens vom NUH (National
University Hospital) angesprochen. Die suchen hier nämlich "Caucasions"
(also nicht-Asiaten) im Alter von 21 bis 50 Jahren für medizinische
Untersuchungen. Wir (also die "Weißen") sind hier nämlich
sehr sehr selten… :) Falls jemand also schon Erfahrung mit solchen
Nebenverdienstmöglichkeiten gemacht hat, würde ich mich über
Ratschläge im Gästebuch
freuen.
Die Asiaten sind übrigens alle im Durchschnitt etwa einen Kopf
kleiner als die Europäer. Das sieht dann vor allem lustig aus,
wenn in der U-Bahn eine schwedische Frau neben einem asiatischen Mann
steht, …, ein ziemlich ungleiches Duell. Auch merkwürdig
ist, dass viele asiatische Frauen alles dagegen tun, um nicht braun
zu werden. Daher finden "Weißmacher" für die Haut
reißenden Absatz, ebenso kommen einem dauernd Leute mit aufgespanntem
Sonnenschirm bei bestem Wetter entgegen…
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Typisch Singapur: Konsum pur (auf Deutsch:
"Wenn du zweifelst, kauf es einfach"). |
Immer wieder lustig ist übrigens, wenn man mit Frank (dem Chinesen)
unterwegs ist. Beispielsweise als wir auf dem Weg vom Kino nach Hause
im Taxi waren (ist hier super billig), und er plötzlich anfängt,
mit dem Taxifahrer in Mandarin zu sprechen. Die Sprache klingt für
europäische Ohren derart merkwürdig (und in gewisser Weise
auch lustig), dass man gar nicht mehr aufhören kann, fasziniert
zuzuhören, obwohl man nicht ein einziges Wort versteht. Und als
ich ihn dann bat, mir doch mal zu übersetzenm was der Taxifahrer
so zu sagen hat, da entgegnete er nur gewohnt spartanisch "Er
kann nicht verstehen, dass ihr (er meinte mich und Anthony aus Australien)
kein Mandarin könnt, da es doch von der Anzahl der Menschen her
die wichtigste Sprache ist". Tja, da hat er wohl Recht. Die 1,3
Mrd Chinesen lachen irgendwann über die 260 Mio Amis…
Übrigens hab ich mit meinem australischen Nachbarn beschlossen,
uns etwas sportlich zu betätigen. Man wird mich demnächst
also vermutlich häufiger mit Laufschuhen auf dem Campus oder mit
dem Tennisschläger auf dem Tennisplatz sehen…
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Männer und ihre Spielzeuge. |
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Vielleicht noch ein Wort zu den Vorlesungen (Stimmt ja, deswegen
bin ich ja eigentlich hier): Die Qualität ist durchweg sehr gut.
Viele Dozenten sind von ihrer Laufbahn wirklich hochklassig (meine
Dozentin in "Corporate Law and Finance" hat beispielsweise
ihren Doktortitel aus Cambridge). Und auch meine anderen Vorlesungen
("Asian Pacific Business" und "Financial Statement Analysis")
machen einen sehr guten Eindruck.
Ich werde nächste Woche (wenn alles glatt geht) vermutlich nach
Kuala Lumpur fahren und mich eventuell für einen Tauchkurs in
den Wochen darauf auf einer Insel auf Malaysia anmelden. Mal sehen
ob das so hinhaut. Die Bilder davon gibt es auf jeden Fall wieder hier...
Über das, was momentan in Deutschland so abgeht bin ich eigentlich
auch ganz gut informiert. Dem Internet (und den aktuellen "heute"
Nachrichten des guten alten ZDF) sei Dank. Tragischer ist da nur, dass
ich lesen musste, dass Deutsche im Ausland vermutlich nicht wählen
gehen können, da unser Gerhard vor zwei Monaten sogar die Wahlleiter
mit seiner fixen Idee zur Neuwahl überrascht hat…
So, gleich wird erstmal zum ersten Mal hier in Singapur die Waschmaschine
angeworfen. Also am Besten meine Bilder noch mal gut angucken, denn
auf den nächsten Bilder werden meine Klamotten wohl entweder bunter
oder kleiner oder beides sein… :)
Aber wozu gibt es denn die Seite www.frag-mutti.de
(Tipp des Tages: "Milchreis schmeckt hervorragend, wenn man
ihn kurz vor dem Verzehr durch ein saftiges Steak ersetzt").
Anhand folgender Anleitung in der Kategorie "Waschmaschinenkunde:
Waschen mit der Waschmaschine - Grundlegendes" müsste
ich das doch eigentlich hinbekommen:
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Grünes Brot. Angeblich mit Gemüseextrakt
(ehrlich!). |
"Waschen ist vielleicht gar nicht so leicht wie es aussieht.
Damit die Wäsche nicht auf Puppengröße schrumpft und
nach dem Waschen immer noch die selben Farben haben, sollte man folgende
Regeln beachten:
1. Weiße Wäsche sollte man nur mit weißer Wäsche
waschen. Und das mit Vollwaschmittel
2. Farbige Kleidung sollte nach Farben gewaschen werden (dunkel/hell).
Vor allem rote und neue Kleidung ist brisant! Unbedingt Color-Waschmittel
benutzen!
3. Jeans, Pullover, Hemden nicht mit 60 Grad waschen. Sondern mit 30
oder 40 Grad. Sonst kommt die Kleidung oftmals eine Nummer kleiner
raus."
Auf ein neues. Wie bereits gesagt, freue mich über Post, entweder
per eMail oder im Gästebuch.
Gruß aus Singapur
stefan:.
Forsetzung folgt...