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Man beachte die Stirnbänder am "Rag
Day". |
Nun also mein zweiter Bereicht aus der Weltmetropole Singapur. Ich
habe mich hier mittlerweile sehr gut eingelebt und viele nette Leute
aus allen Teilen der Welt kennen gelernt. Meine beiden Zimmernachbarn
sind beispielsweise aus China und Australien, eine sehr nette Kommilitonin
ist aus Singapur, und mit einem weiteren Austauschstudenten aus Kanada
war ich letzten Donnerstag zum Wakeboarden an der malayischen Grenze...
Wakeboarding ist an sich eine super lustige Sache: Man begibt sich
in Gruppen zu 4 oder 5 Leuten auf ein Motorboot, und fährt dann
erstmal bei voller Fahrt zur entsprechende Stelle zwischen Singapur
und Malaysia. Die Bilder zeigen
wohl, dass schon allein die Aussicht während dieser Bootsfahrt
den Aufwand wert ist.
Von meiner Uni waren insgesamt etwa 30 Leute zur malayischen Grenze
gekommen, wo der "NUS Wakeboarding Club" die Sache organisiert
hatte. Angekommen schnallt sich der erste dann das Wakeboard (eine
Mischung aus Snowboard und Surfbrett) unter die Füße und
wird im Wasser mit einer Leine abgesetzt. Dann fährt das Boot
erst langsam, dann immer schneller an, und, ..., man fällt sofort
wieder hin. Denn natürlich kann man sich nicht auf Anhieb halten,
so dass man drei bis vier Versuche benötigt, um sich einigermaßen
auf dem wackligen Ding halten zu können. Insgesamt ist die Sache
super lustig, aber auch sehr sehr anstrengend (Muskelkater am Tag drauf
gibt es gratis dazu). Auf dem Weg zurück in den Hafen zeigte uns
unser Lehrer Fandy dann, wie es wirklich geht: Bei voller Fahrt vollführte
er bei halsbrecherischer Geschwindigkeit bis zu 2 Meter hohe Sprünge
und Saltos. Absolut beeindruckend, selbst auf den Bildern. Kurzes Video
dazu gibt es hier...
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Lu Xu und ich vor der imposanten Skyline. |
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Mittlerweile habe ich mir in Little India ein brandneues Soundsystem
für meine Bude besorgt. Für 15 SG$ (etwa 7 Euro) erhält
man zwar keins mit THX Zertifikat :-) aber für den Preis kann
man echt nix sagen. Denn immerhin kann ich das Ding bei meiner Abreise
nicht mitnehmen, und da wollte ich auch kein halbes Vermögen ausgeben.
Da verschmerze ich auch, dass mir die entgegenstolpernden Bässe
unmissverständlich zu verstehen geben, dass es keine so gute Idee
ist, über Zimmerlautstärke zu gehen...
Interessantes Detail am Rande: Ich habe, seit ich hier bin, noch KEINEN
EINZIGEN Raucher gesehen. Die Antwort ist recht simpel, da das Rauchen
hier in Singapur an ALLEN öffentlichen Plätzen unter schwerer
Geldstrafe (500 $ oder so) verboten ist. Und dort wo es nicht verboten
ist, gibt es sehr wenige Aschenbecher (auf den Boden werfen ist keine
gute Idee, kostet nämlich auch 500$). Jetzt kann man drüber
streiten, ob das gut oder schlecht ist, aber zumindest hat man damit
den schönen Nebeneffekt, dass nicht überall die Stummel herumliegen.
In Singapur selbst sind die Angestellten der lokalen U-Bahn übrigens
unheimlich freundlich. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass
ich nach "Ausländer" aussehe und denen ja das Geld ins
Land bringe. Aber wenn ich in Deutschland ein U-Bahn Ticket kaufe,
wird man doch in der Regel von einem Gesichtsausdruck begrüßt,
der aussieht als wäre gerade jemand gestorben.
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Insektenvernichtung in Singapur. |
Ans Essen hier in Singapur muss man sich erst einmal gewöhnen:
In einer der zahlreichen Uni Kantinen gibt es jeweils mehrere Essensstände.
Jeder widmet sich einem speziellen Land, so zum Beispiel "chinesische
Küche", "Thailändisch", "Japanisch",
etc. Abgesehen davon, dass ich regelmäßig Probleme habe,
das Essen hier zu identifizieren (Beim Großteil weiß ich
nur dass es gut schmeckt, und nicht was es genau ist), ist das Essen
schon fast lächerlich billig. Für 2 $ (1 ) bekommt
man hier einen Berg von Reismit allerlei merkwürdigen Beilagen
(die zumindest nach Fisch schmecken). Übrigens habe ich in meinem
Leben bisher noch nie so viel Reis in so kurzer Zeit gegessen. Ach
ja, daran dass die Chinesen irgendwie andere Tischgewohnheiten haben
(um es mal neutral auszurücken) gewöhnt man sich auch relativ
schnell. Und dran denken: Nix Scharfes essen wenn man es nicht gewohnt
ist. Denn bei der Hitze UND scharfem Essen ist man danach schonmal
ziemlich nass am Rücken...
Seit ich hier bin haben sich meine Essgewohnheiten übrigens sehr
in Richtung asiatische Essgewohnheiten verändert. Die Menschen
in Singapur essen nämlich sehr sehr selten etwas zum Frühstück
(es sei denn sie essen schon morgens Reis mit Hühnchen, was ich
wirklich nicht runter bekomme). Das hört sich für Europäer
recht barbarisch an, ist für die Asiaten aber irgendwie kein Problem.
Um dem zu entgehen habe ich mir gestern erstmal eine gepflegte Packung
Cornflakes mit Milch (siehe Bilder)
gekauft, wenigstens ein Stück westliche Heimat beim Frühstück...
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Für Europäer ein Erlebnis:
Freilaufende Schildkröten |
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Letzte Woche war dann der "Rag Day 2005" der Uni (siehe
Bilder). Alle Fakultäten und
Wohnblocks traten in einem Wettbewerb gegeneinander an, wer das schönste
"Float" (Vergleichbar mit einem Fastnachtswagen, nur etwa
doppelt so viel Aufwand) mit zugehöriger Tanz-Performance auf
die Beine gestellt hat. Was man dort teilweise geboten bekam, hat mir
echt die Sprache verschlagen (auch wenn es auf den Bildern schlecht
rüberkommt). Eine Veranstaltung wie diese wäre an einer deutschen
Uni nie möglich, da sich niemand dermaßen stark mit seiner
Uni identifiziert, um hunderte von Stunden Arbeit in den Wagen, die
Kostüme und die Tanzaufführung zu stecken. Schade eigentlich.
Ein entscheidendes Kriterium der Jury war übrigens auch die Qualität
des "Cheering" der Mitglieder, also wie laut / originell
das eigene Team angefeuert wurde. Spätestens hier merkt der unbedarfte
Westeuropäer, dass solche Sachen in Asien irgendwie anders laufen:
Ein derart emotional geladene Armee (mit Stirnband!) findet man sonst
nur beim Morgenappell im Stammwerk bei Toyota in Japan.
Detail am Rande: Diese Veranstaltung ist übrigens so wichtig,
dass selbst der Präsident von Singapur persönlich anwesend
war, um die Gewinner zu ehren. Dass er in einem Mercedes kam, fand
irgendwie nur ich beeindruckend...
DVD Abende haben hier übrigens einen besonderen Reiz. So beispielsweise
mit meinem chinesischen und australischen Nachbar den deutschen Film
"Das Boot" anschauen. Oder wenn mein chinesischer Nachbar
beim Film "The Last Samurai" die ganzen japanischen Rituale
erklären kann. Auch nicht schlecht...
Soviel für den Moment. Jedem Asien-Interessierten kann ich nur
die aktuelle Ausgabe des SPIEGEL empfehlen (kommt bei erst heute raus,
ich hatte die Online Ausgabe schon seit gestern :-). Thema: Asien als
Gegengewicht zu den USA. Sehr interessant...
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Typisch Singapur: Kaugummi liegt in Museum
hinter der Vitrine |
Übrigens hat unsere Uni drei erstklassige Dokumentationen zum
100 jährigen Bestehen veröffentlicht. Wer der englischen
Sprache ein wenig mächtig ist oder sich einfach nur die Bilder
ansehen möchte, dem kann ich die Videos
nur wärmstens empfehlen, da sie einen sehr guten Eindruck von
der Vielschichtigkeit der Uni hier vermitteln.
Diese Woche steht erstmal nach dem Nationalfeiertag (Militärparade
und Feuerwerk) der Beginn der Uni an, da werden wohl noch einige Bilder
folgen. Einen Vorgeschmack auf den Nationalfeiertag konnte ich schonmal
während der Proben zur Parade aufschnappen (Video
1, Video 2). Witziges Detail
am Rande: In Video 1 hört man den Typ mit dem Megafon recht deutlich,
der den Kindern lautstark mitteilt, was sie zu tun haben... :-)
Wie gesagt, ich freue mich über Feedback aus Deutschland. Einfach
eMail schreiben oder im Gästebuch
posten...
Soweit für den Moment. Alles weitere findet man in der "Bilder"
Rubrik, die größtenteils mit Kommentaren versehen sind.
stefan:.
Forsetzung folgt...