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2. Aug 05: Arriving in Singapur



Singapur - oder: Warum man in Singapur im Kino sein Abendessen abhält…

Stadtzug von Singapur

Um es vorweg zu nehmen: Alles, was ich bisher von Singapur und der "National University of Singapure" gesehen habe, lässt sich am ehesten mit "großartig" beschreiben. Und dass ich dies trotz der sehr anstrengenden Anreise sage, soll schon einiges heißen: Unmenschliche Abflugszeitpunkt in Frankfurt (7:30 = Aufstehen um 3 Uhr) und Nachtflug nach Singapur (Ankuft: 8 Uhr morgens). Wenigstens war der Flug unterhaltsam, da ich das Glück hatte, neben einem waschechten Australier (Russle Crowe ist ein Witz dagegen) zu sitzen, dessen "Hey määän" sehr sehr lustig klang.


Wie man sich fühlt, wenn man zum ersten mal in Singapur das klimatisierte Flughafenterminal verlässt, lässt sich treffend so beschreiben: Man läuft frontal gegen eine Wand von unerträglichen 32° mit 90% Luftfeuchtigkeit (zu diesem Zeitpunkt war es gerade erst 9 Uhr morgens!). Dementsprechend endlos kamen mir dann auch die zwei Etagen vor, die ich meine Koffer nach oben schleppen musste. Ohne Lift wie eine Ewigkeit.

Home Sweet Home

Die Uni selbst ist unglaublich gut organisiert. Alle sind super freundlich, und sowieso wirkt das ganze sehr sehr serviceorientiert. Und das liegt garantiert nicht nur daran, dass die Uni momentan ihr 100 Jähriges bestehen feiert ("100 years of excellence").

Meine Wohnung an sich ist spartanisch-schlicht: Bett (nur Matratze, kein Bettzeug), Schreibtisch, Schrank, Tür, Stuhl. Achja, Ventilator, ohne den würde ich die Nächte wohl nicht überleben…

Übrigens habe ich mit meinem Mietvertrag zwei interessante Klauseln unterschrieben:

1) "The University reserves the right for its designees to enter and inspect a residence. Entry may be made at any time, whether or not the Licensee is present and without prior notice to the Licensee." (Auf Deutsch: Wir können, wann immer wir wollen, in deine Wohnung kommen und nachsehen ob du Alk oder Drogen im Schrank hast).
2) "The Licensee shall keep the room door open or leave the door ajar whenever a member of the oppisite gender is in the room." (Auf Deutsch: Lass die Tür auf wenn du eine Frau im Zimmer hast).

Ich habe damit nicht wirklich ein Problem, aber seltsam ist es allemal.

Grund für die Sauberkeit: Geldstrafen am Rande des Wahnsinns.

Die Asiaten hier haben übrigens die seltsame Angewohnheit, dass sie sich selbst westliche Namen geben. Das kommt wohl daher, dass es als Europäer annähernd unmöglich ist, sich Namen wie "Yip Su Jen" oder "Lei Huanzhong" zu merken. Übrigens ist es demnach auch ziemlich problematisch, wenn man mehr als drei Asiaten im MSN Messenger hat. Denn dann verliert man schnell den Überblick, wer nochmal wer ist, weil die Namen für Europäer alle so furchtbar ähnlich klingen…

Ich habe übrigens das Glück, direkt neben einem jungen Chinesen (Lu Xu a.k.a. Frank) zu wohnen. Ich erinnere mich nicht, jemals derart interessante Gespräche mit jemandem führen zu können, der anscheinend derart anders denkt / handelt / spricht als man selbst. Klar führt das anfangs zu Missverständnissen, aber es überwiegt doch die Faszination für das komplett andere Denken. Nur mal als ein Beispiel zu nennen: Man bekommt in den seltensten Fällen ein "Ja" oder "Nein", sondern viel eher ein "We'll see" oder ähnliches. Wenn man also fragt, ob er mit zum Essen kommt, dann antwortet er nicht mit "ja klar" oder "warum nicht", sondern viel eher mit "das wäre möglich" oder "ja, wir werden sehen". Da merkt man an allen Ecken und Enden, dass hier eine uralte Kultur dahintersteckt. Anfangs höchst irritierend, aber mit der Zeit wirklich interessant.
Als ich ihm dann mal Fotos aus Europa zeigte (es waren u.a. auch Urlaubsfotos darunter), und er kühl meinte "you have been to many places" ist mir bewusst geworden, dass er da verdammt Recht hat...

Kino in Singapur

Singapur selbst ist übrigens unheimlich vielschichtig. "China Town" beispielsweise ist fest in chinesischer Hand: Man biegt um eine Ecke und fühlt sich wie in China. Das gleiche mit "Little India": Indien pur, und das mitten in Singapur. Und überall ist es super sauber. Irgendwie logisch, bei 500 $ Strafe für den Fall dass man Müll auf die Straße wirft...

Kino läuft hier in Singapur übrigens etwas anders ab als in Deutschland: Während ich es bisher so kannte, dass man entweder vor oder nach dem Kino etwas essen geht, machen die Leute in Singapur das einfach während des Films. Das läuft dann so ab, dass sich die Leute vorher beim McD mit einem Maxi Menü (kostet hier übrigens nur 2,60 €) eindecken, und dann, während der Film läuft, munter anfangen, ihre Pommes auszupacken. Das irritiert anfangs etwas, ist aber irgendwann normal. Übrigens haben die Leute hier die seltsame Angewohnheit, sogar zum Hauptfil zu spät zu kommen...

Soweit für den Moment. Alles weitere findet man in der "Bilder" Rubrik, die größtenteils mit Kommentaren versehen sind.

Diese Woche steht erstmal noch Wakeboarding an, ..., da werden wohl noch einige Bilder folgen :-)... Und falls mich jemand auf meinem Handy erreichen will: Die Nummer hier lautet +65 97751535 und kostet auch angeblich nur 1,7 ct/min.

Und auch sonst freue ich mich über Feedback aus Deutschland. Einfach eMail schreiben oder im Gästebuch posten...


Forsetzung folgt...