
Singapur - oder: Warum man in Singapur im Kino
sein Abendessen abhält…
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Stadtzug von Singapur |
Um es vorweg zu nehmen: Alles, was ich bisher von Singapur und der
"National University of Singapure" gesehen habe, lässt
sich am ehesten mit "großartig" beschreiben. Und dass
ich dies trotz der sehr anstrengenden Anreise sage, soll schon einiges
heißen: Unmenschliche Abflugszeitpunkt in Frankfurt (7:30 = Aufstehen
um 3 Uhr) und Nachtflug nach Singapur (Ankuft: 8 Uhr morgens). Wenigstens
war der Flug unterhaltsam, da ich das Glück hatte, neben einem
waschechten Australier (Russle Crowe ist ein Witz dagegen) zu sitzen,
dessen "Hey määän" sehr sehr lustig klang.
Wie man sich fühlt, wenn man zum ersten mal in Singapur das klimatisierte
Flughafenterminal verlässt, lässt sich treffend so beschreiben:
Man läuft frontal gegen eine Wand von unerträglichen 32°
mit 90% Luftfeuchtigkeit (zu diesem Zeitpunkt war es gerade erst 9
Uhr morgens!). Dementsprechend endlos kamen mir dann auch die zwei
Etagen vor, die ich meine Koffer nach oben schleppen musste. Ohne Lift
wie eine Ewigkeit.
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Home Sweet Home |
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Die Uni selbst ist unglaublich gut organisiert. Alle sind super
freundlich, und sowieso wirkt das ganze sehr sehr serviceorientiert.
Und das liegt garantiert nicht nur daran, dass die Uni momentan ihr
100 Jähriges bestehen feiert ("100 years of excellence").
Meine Wohnung an sich ist spartanisch-schlicht: Bett (nur Matratze,
kein Bettzeug), Schreibtisch, Schrank, Tür, Stuhl. Achja, Ventilator,
ohne den würde ich die Nächte wohl nicht überleben…
Übrigens habe ich mit meinem Mietvertrag zwei interessante
Klauseln unterschrieben:
1) "The University reserves the right for its designees to
enter and inspect a residence. Entry may be made at any time, whether
or not the Licensee is present and without prior notice to the Licensee."
(Auf Deutsch: Wir können, wann immer wir wollen, in deine Wohnung
kommen und nachsehen ob du Alk oder Drogen im Schrank hast).
2) "The Licensee shall keep the room door open or leave the
door ajar whenever a member of the oppisite gender is in the room."
(Auf Deutsch: Lass die Tür auf wenn du eine Frau im Zimmer
hast).
Ich habe damit nicht wirklich ein Problem, aber seltsam ist es allemal.
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Grund für die Sauberkeit: Geldstrafen
am Rande des Wahnsinns. |
Die Asiaten hier haben übrigens die seltsame Angewohnheit,
dass sie sich selbst westliche Namen geben. Das kommt wohl daher, dass
es als Europäer annähernd unmöglich ist, sich Namen
wie "Yip Su Jen" oder "Lei Huanzhong" zu merken.
Übrigens ist es demnach auch ziemlich problematisch, wenn man
mehr als drei Asiaten im MSN Messenger hat. Denn dann verliert man
schnell den Überblick, wer nochmal wer ist, weil die Namen für
Europäer alle so furchtbar ähnlich klingen…
Ich habe übrigens das Glück, direkt neben einem jungen Chinesen
(Lu Xu a.k.a. Frank) zu wohnen. Ich erinnere mich nicht, jemals derart
interessante Gespräche mit jemandem führen zu können,
der anscheinend derart anders denkt / handelt / spricht als man selbst.
Klar führt das anfangs zu Missverständnissen, aber es überwiegt
doch die Faszination für das komplett andere Denken. Nur mal als
ein Beispiel zu nennen: Man bekommt in den seltensten Fällen ein
"Ja" oder "Nein", sondern viel eher ein "We'll
see" oder ähnliches. Wenn man also fragt, ob er mit zum Essen
kommt, dann antwortet er nicht mit "ja klar" oder "warum
nicht", sondern viel eher mit "das wäre möglich"
oder "ja, wir werden sehen". Da merkt man an allen Ecken
und Enden, dass hier eine uralte Kultur dahintersteckt. Anfangs höchst
irritierend, aber mit der Zeit wirklich interessant.
Als ich ihm dann mal Fotos aus Europa zeigte (es waren u.a. auch Urlaubsfotos
darunter), und er kühl meinte "you have been to many places"
ist mir bewusst geworden, dass er da verdammt Recht hat...
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Kino in Singapur |
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Singapur selbst ist übrigens unheimlich vielschichtig. "China
Town" beispielsweise ist fest in chinesischer Hand: Man biegt
um eine Ecke und fühlt sich wie in China. Das gleiche mit "Little
India": Indien pur, und das mitten in Singapur. Und überall
ist es super sauber. Irgendwie logisch, bei 500 $ Strafe für den
Fall dass man Müll auf die Straße wirft...
Kino läuft hier in Singapur übrigens etwas anders ab als
in Deutschland: Während ich es bisher so kannte, dass man entweder
vor oder nach dem Kino etwas essen geht, machen die Leute
in Singapur das einfach während des Films. Das läuft
dann so ab, dass sich die Leute vorher beim McD mit einem Maxi Menü
(kostet hier übrigens nur 2,60 ) eindecken, und dann, während
der Film läuft, munter anfangen, ihre Pommes auszupacken. Das
irritiert anfangs etwas, ist aber irgendwann normal. Übrigens
haben die Leute hier die seltsame Angewohnheit, sogar zum Hauptfil
zu spät zu kommen...
Soweit für den Moment. Alles weitere findet man in der "Bilder"
Rubrik, die größtenteils mit Kommentaren versehen sind.
Diese Woche steht erstmal noch Wakeboarding an, ..., da werden wohl
noch einige Bilder folgen :-)... Und falls mich jemand auf meinem Handy
erreichen will: Die Nummer hier lautet +65 97751535 und kostet auch
angeblich nur 1,7 ct/min.
Und auch sonst freue ich mich über Feedback aus Deutschland. Einfach
eMail schreiben oder im Gästebuch
posten...
Forsetzung folgt...