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Tag 1 - 2 |
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Tag 3 -4 |
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Tag 5 - 6 |
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Tag 7 - 8 |
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Tag 9 - 10 |
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Las Vegas |
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San Diego |
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Los Angeles |
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Route No 1 |
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San Francisco |
Kennt noch jemand den Film "Easy Rider", in welchem Dennis
Hopper und Peter Fonda mit ihren Motorrädern quer durch die USA
cruisen? Falls nicht: "Here weg go" der Roadtrip Route No.
1:
Vorweg: Über die einzelnen Stationen unseres Roadtrips werde ich
wenig schreiben, da man sich hier am Besten die Bilder
ansieht.
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Die Mutter aller Straßen: "Highway
No. 1"
Man beachte die Einschusslöcher im Schild. |
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Als kurze Erklärung: Meine Schlenz-Zeit zwischen meinen beiden
Auslandssemestern (Dezember - Januar)sollte mit einem Roadtrip in Kalifornien
zusammen mit meinem Freund Phil gekrönt werden. Geplant war, mit
einem Mietwagen von San Diego mit Abstecher nach Tijuana / Mexiko über
Los Angeles den legendären Highway No 1 an der Küste vorbei
nach San Francisco zu fahren, eine knapp 1300 km lange Strecke.
Soweit so gut. Wie immer bei solchen Mammut-Events ließen sich
jedoch kleinere Startschwierigkeiten nicht vollständig vermeiden.
Sprich: Durch, sagen wir mal "kleinere Kommunikationsprobleme"
zwischen Phil und mir im Vorfeld (immerhin war vorher auf Fiji quasi
nicht zu erreichen) gab es etwas Unstimmigkeit darüber, wann wir
uns wo treffen, und wer wann den Mietwagen wo abholt. Konkret: Erst
als ich in Los Angeles am Flughafen ankam realisierten wir, dass Phil
ja schon in Las Vegas war während ich noch in Los Angeles stand.
:) Also lag es an mir, den Mietwagen zu beschaffen und dann damit nach
Las Vegas zu fahren um Phil abzuholen.
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Stichwort "Gigantismus".
Muss ich das Bild wirklich kommentieren? :) |
Nun klingt das alles recht unspektakulär. Spannender wirds
jedoch wenn man bedenkt, dass ich eigentlich nicht wirklich auf eine
vierstündige Fahrt von einer Metropole in eine andere in einem
fremden Land vorbereitet war, geschweige denn Kartenmaterial oder sonstiges
dabei hatte um meinen Weg nach Las Vegas zu finden (von Jetlag und
fünfmonatiger Auto-Abstinenz in Singapur mal ganz zu schweigen).
Das war dann wohl in etwa die gleiche Situation wie wenn man einen
übermüdeten Afrikaner am Frankfurter Kreuz rauslässt
und ihm dann sagt "Ok, jetzt fahr du mal nach Berlin."
Wie auch immer (hat trotzdem wunderbar funktioniert). Nach meiner Ankunft
in Vegas (stilecht traf ich Phil auf dem "Strip" vor einem
der zahlreichen Casinos) fiel mir mal bei Gelegenheit ein weiteres
Extrema meines gesamten Trips auf: Noch einen Tag zuvor hatte ich in
Fiji auf Mana Island alleine am Strand gelegen, und nicht mal 36 Stunden
später bin ich schon um den halben Globus geflogen, mit dem Auto
von Los Angeles nach Las Vegas durch halb Californien und Nevada gefahren
um im Anschluss daran gemütlich über den "Strip"
vorbei an Casinos zu marschiert.
Was einem als Europäer an Amerika sofort auffällt sind die
schier unglaubliche Anzahl an Superlativen und Extrema auf der einen,
und die teils erschreckenden Gegensätze auf der anderen Seite.
Um nur mal ein Paar davon zu nennen:
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Den Schriftzug kennt man wohl... :) |
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Gigantismus:
Alles was man aus Europa kennt, ist in Amerika mindestens doppelt so
groß. Das fängt bei Autos an, geht über Hamburger über
Hotels bis zu den Entfernungen zwischen zwei Städten.
Reichtum - Armut:
Es gibt wohl nur sehr wenige Länder, in denen teils überwältigender
Reichtum so nah an erschreckender Armut liegt. Einerseits gibt es da
den "Rodeo Drive" in Los Angeles (nahe Hollywood und Beverly
Hills, übrigens der Drehort von "Pretty Woman") auf
welchem selbst die Metropolen Hong Kong und Singapur in puncto "Protz"
noch um einiges übertroffen werden, so dass man als Europäer
aus dem Staunen schlichtweg nicht mehr herauskommt: Nicht nur geben
sich dort die großen Luxusartikel-Hersteller auf diesem kurzen
Stück Straße in einer unglaublichen Dichte die Klinke in
die Hand, auch fahren dort innerhalb weniger Minuten schonmal eine
Million US $ an Fahrzeugen (Rolls, Bentley, Maybach, Mercedes) an einem
vorbei. Verlässt man dann aber mal die glitzernden Zentren der
reichen Stadtteile, wird man schnell von Obdachlosensiedlungen unter
Brücken sowie heruntergekommenen Wohngegenden schockiert.
Größe der Städte:
Wer immer noch glaubt Trier sei wirklich die "Hauptstadt von Europa"
(so oder ähnlich geht doch das berüchtigte Lied der Trierer
Fußballfans ;) der soll vielleicht mal nach Los Angeles fliegen.
Immerhin brauchte ich dort zwei Stunden (!) um mal gerade mit dem Auto
vom Zentrum an den Stadtrand zu kommen (bei einigermaßen freier
Straße wohlgemerkt. Also Dimensionen, die einem als Europäer
total fremd sind.
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Las Vegas vom 300m hohen "Stratosphere
Tower":
Unglaubliche Aussicht garantiert. |
Entfernungen zwischen den Städten:
Nicht selten kommt es vor, dass man zwischen zwei Städten mal
gut 300 km auf einer schnurgeraden Autobahn durch hügelloses Land
fährt, ohne auch nur irgendetwas interessantes zu sehen. So geschehen
beispielsweise auf unserer Heimfahrt zurück nach Los Angeles.
Hier passieren die meisten Unfälle wohl schlichtweg durch Einschlafen
des Fahrers, weil diese Strecken einfach so furchtbar langweilig sind.
:)
Las Vegas als untimativen Superlativ:
Als ob es nicht schon extrem genug wäre, Las Vegas inmitten einer
Wüste hochzuziehen, protzt Las Vegas nur so mit Superlativen:
Auf dem berühmten "Strip" (der Casino-Strasse) stehen
nicht nur 18 der 20 weltgrößten Hotels (!) sondern auch
das einzige Bauwerk, dessen Lichtstrahl man noch vom Mond aus sehen
kann: Das Pyramiden-Casino "Luxor" strahlt einen gewaltigen
Laserstrahl in den Himmel, den man sogar noch aus 70 km Entfernung
auf dem Highway sehen kann und die Anfahrt nach Las Vegas ungeheim
vereinfacht (fast wie die Seefahrer im Mittelalter :) . Zudem gibt
es in Las Vegas einen 300 Meter hohen Fernsehturm auf dessen Spitze
(Achtung: Jetzt kommts) eine Achterbahn und ein Freefall Tower angebracht
wurden (!). (Die Achterbahn wird unseren Informationen nach aber gerade
abgebaut, da die Fliehkräfte der Wagons den Turm zum wanken gebracht
haben : )
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Kurze Rast auf dem Highway No. 1 |
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Liberales und weltfremdes Amerika:
Es gibt auf der anderen Seite aber wohl auch nur sehr wenige Länder,
in denen krasse Gegensätze in puncto Weltanschauung so dicht beeinander
liegen. Einerseits San Francisco als liberale Hochburg, in denen die
Menschen schon lange nicht mehr glauben, die Welt sei eine Scheibe
und Amerika dessen Mittelpunkt. Auf der anderen Seite dann aber auch
Kleinstädte an einem der zahlreichen Highways mitten im Nirgendwo.
Dort kann man beim Anblick von fundamentalistischen Christen in T-Shirts
mit der Aufschrift "Jesus is Lord" (dt: Jesus ist der Herr)
als halbwegs aufgeklärter Europäer nur traurig den Kopf schütteln.
Aber das wird an meiner Uni in Virginia wohl noch extremer werden…
:)
Was einem als Europäer dann aber auch noch auffällt ist schlichtweg
die Tatsache, dass allein der Staat Kalifornien nicht zuletzt wegen
der Technologie-Hochburg "Silicon Valley" die viertgrößte
Wirtschaftsmacht der Welt darstellen würde (wäre es denn
ein unabhängiges Land wäre). Und als ob das nicht schon verrückt
genug wäre, wird dieser Staat von einem ehemaligen Bodybuilder
aus Österreich, Arnold Schwarzenegger regiert. Verrückte
Welt.
Und Stichwort "Technologie-Hochburg": Auch wenn wir das Silicon
Valley wegen unserem engen Zeitplan leider streichen mussten, so konnte
ich doch zumindest dem Animationsstudio "Pixar" (Findet Nemo)
einen Besuch abstatten (wenn auch nur von außen). :(
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Die Golden Gate Bridge in ihrer ganzen Pracht |
Was an unserem Roadtrip natürlich auch nicht fehlen durfte
war der wohl berühmteste Stadtteil von Los Angeles: Hollywood,
Pilgerstädte zahlreicher Fans und Heimat der Stars und Sternchen.
Pflichtbesuch waren hier neben dem "Walk of Fame" natürlich
das "Kodak Theater", wo im April regelmäßig die
Oscars verliehen werden (dass die Firma Kodak wirtschaftlich auch schon
mal besser dastand, erwähnt hier keiner).
Jetzt ist man als harmloser Filmfan natürlich daran interessiert,
wo denn so ein "Star" wie Tom Hanks oder Steven Spielberg
privat wohnt, weswegen wir uns mit einer Karte bewaffnet in die noblen
Wohngegenden aufgemacht haben. Die ersten drei Besuche waren eher weniger
spektakulär: Sowohl Tobey Maguire (Spiderman), als auch Winona
Ryder (Girls Interrupted) und Regie-Gott Steven Spielberg ließen
relativ wenig von ihrem Anwesen durchsickern, so dass man außer
einem großen Tor / Hecke / Betonwand nichts (NULL) zu Gesicht
bekam. Überraschung dann bei Tom Hanks: Dieser wohnt in einem
wirklich normalen Haus ohne riesige Mauer (falls unsere Karte denn
stimmte). Ich wusste der Kerl ist mir sympatisch… :)
Um mal ein Fazit des gesamten Roadtrips zu ziehen: Das ganze war die
beste Entscheidung seit langem. Nicht nur, dass wir jede Menge Spass
hatten und unglaublich viele und beeindruckende Sachen erlebt und gesehen
haben, sondern auch weil mein erster persönlicher Eindruck von
Amerika derart positiv ausgefallen ist. Und auch wenn mich gegen Ende
meiner fünfwöchtigen Rundreise das "aus dem Koffer leben"
etwas angenervt hat und ich mich deswegen auf Virginia gefreut habe,
so bin ich doch beim Schreiben dieser Zeilen irgendwie traurig, dass
diese Zeit so schnell vorüber gegangen ist.
In diesem Sinne…
stefan:.
Forsetzung folgt...