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18. Dez 2005 - 1. Jan 2006: Neuseeland




Unglaubliche Weitsicht auf dem Franz Josef Gletscher

Also ich muss mich ja selbst echt immer wieder wundern, dass hier während meiner Rundreise immer alles so klappt wie ich das vor über einem halben Jahr ohne jegliches Vorwissen geplant habe. Denn vor allem Neuseeland war eine ganz heiße Kiste: Da ich insgesamt hier auf Neuseeland nur 16 Tage Zeit zum Reisen hatte, musste die gesamte Route im Voraus geplant und gebucht werden. Dazu gehörten nicht nur15 unterschiedliche Hostels zu buchen, (Weihnachtszeit = Hauptsaison), sondern auch 15 Buszeiten, eine Fähre, ein Inlandsflug und zwei separate Bustouren. Ein logistisches Mammutprojekt sozusagen :)

Glücklicherweise hat bisher alles immer so geklappt wie ich mir das vorgestellt habe. Lediglich meine unglaubliche Masse an Gepäck bemühte sich, mir das Leben unnötig "schwer" zu machen. Insbesondere in den Hostels, den Hochburgen "linker alternativer Öko-Backpacker" (Achtung: Ironie) sieht man 30 Kilo Gepäck incl Laptoptasche nicht allzu häufig, so dass ich bei meiner Anreise häufig nicht so wirklich ins Bild passte. (Nachtrag zum Thema Gepäck: Wie schon in Australien suchen Hunde am hier in Neuseeland am Flughafen nicht nach Sprengstoff (das macht ein arschteures Spezialgerät von GE), sondern aus Quarantänegründen nach Obst und Gemüse…)

Typisch Neuseeland: Kühe, Schweine und Rehe
vor unglaublicher Kulisse.

Wie auch immer: Insgesamt ist Neuseeland wie erwartet ein unglaublich schönes Land und gerade wie aus dem Film "Der Herr der Ringe" entsprungen. Mehr kann man dazu einfach nicht sageh, daher am Besten einfch mal die Bildergalerie anschauen. Auch sind die Leute hier ähnlich freundlich wie in Australien und alles versprüht ein wenig den Charme, das hier, abseits vom Weltgeschehen, die Welt noch in Ordnung ist und die Leute einfach friedlich vor sich hinleben. Wenn ich also glaubte, Australier würden schon ein sehr unbekümmertes und abgeschiedenes Leben führen, so trifft das für Neuseeland doch noch um einiges mehr zu. Auch wegen der extremen Prägung durch die Landwirtschaft (20 Mio Schafe bei 4 Mio Einwohnern) wirkt hier alles so ruhig, so dass man häufig nur das "Mähen" der Schafe als einziges Geräusch vernimmt.

Zweite Besonderheit von Neuseeland ist deren putziges Lokaltierchen, der Kiwi: Der Kiwi war vor Millionen von Jahren mal ein normaler Vogel. Nun war Neuseeland aber etwa 80 Millionen Jahre als Insel mitten im Nirgendwo von der "restlichen" Welt abgeschieden, so dass weder Mensch noch sonstwas die muntere Mutation unsers Kiwis beeinflussen konnte. Nun hat die Natur geglaubt, es wäre doch mal eine lustige Idee, unseren Kiwi seine Flügel, Schwanzfedern und Augen zu rauben und stattdessen mit Schnurrhaaren, einem krummen Schnabel und einem gebückten Watschelgang auszustatten. Und voilá, der Kiwi war geboren, sicherlich eins der putzigsten, aber gleichzeit auch unbeholfensten Tierchen von Neuseeland.

Unglaubliches Panorama vor
unwirklich erscheinendem See.

Mein erster Abend (in Roturua) war ähnlich unangenehm wie meine 30 kg Gepäck zum ersten Hostel zu tragen: Aufgrund vulkanischer Aktivität roch (stank) es im ganzen Ort dermaßen widerlich nach Schwefel, dass ich es dort nicht länger als einen Tag ausgehalten hätte. Einziger Vorteil dieses Gestanks: Die "Mudpools", Becken aus kochendem Schlamm, wirkten sehr beeindruckend.

Wellington, die Hauptstadt von Neuseeland war dann zwei Tage später aus einem besonderen Grund für mich besonders interessant. Denn spätestens seit Peter Jacksons "Herr der Ringe" Trilogie ist diese beschauliche Stadt mit einem Mal auf der Film-Landkarte gerade neben Hollywood aufgepoppt. Das "Embassy Theather" war daher für mich dann auch wie der der Petersdom für die Christen, feiern doch hier die Filme von Peter Jackson regelmäßig mit allerhand Lokalpatriotismus ihre Premiere. Nur eine Woche vor meiner Ankunft feierte gerade der (leider etwas mittelmurksige) King Kong von Premiere (Kommentar unseres Fahrers: "So ein Mist, da war wieder die ganze Stadt gesperrt"). Wellington war übrigens der Ort, an dem ich nach drei Tagen "Brot und Müsli" mal wieder richtig dick essen war (seit Singapur hat es mir das japanische Essen echt angetan).

Heiligabend: Eben noch auf dem Glescher,
dann schon beim Festessen bei
sommerlichen Temperaturen auf der Terasse.

Weiteres Highlight meines bisherigen NZ Aufenthalts war schließlich mein erster "Skydive". Das ganze war eher eine spontane Entscheidung, die ich aber kein Stück bereue. Die Tandemmaster (so heißen die Leute an denen man festgekettet aus dem Flugzeug springt) sind übrigens die verrückteste Berufsgruppe, die mir bisher untergekommen ist. Die machen nämlich (hauptberuflich) nix anders, als 7 Tage die Woche etwa 10 Mal am Tag aus 4 - 5 km Höhe aus einem Flugzeug springen. Allein mein Tandemmaster hatten bereits weit über 1500 Sprünge hinter sich (übrigens ein gutes Zeichen dass die Sache sicher ist) und bereitet sich gerade auf die WM im Jahr 2006 in Deutschland vor.

Wie schon in Australien sind auch hier in Neuseeland die Leute, die man in den Hostels trifft, teilweise sehr, …, nennen wir es "interessant". Unter das Kapitel "verkehrte Welt" fiel die berufliche Einstellung einer Deutschen, die sich in ihrem Beruf etwas mehr Routine und etwas weniger Kreativität wünschte (da konnte ich doch nur verwirrt den Kopf schütteln, würde ich mich doch bei einem Routine-Beruf wohl früher oder später von der Brücke stürzen). Auch interessant waren die vier Mädels, die am vierten Abend meinem Fünferzimmer zugeteilt wurden. Tja, da hat es der liebe Gott wohl sehr gut mit mir gemeint… :

Momentaufnahme bei Queenstown

Und mal nebenbei (weil viele gefragt haben wie denn eigentlich Weihnachten war): Es war zwar irgendwie schon merkwürdig nicht zu Hause zu sein, aber trotz allem hab ich hier den lustigsten Heiligabend mit zwei Kanadierinnen und drei Amis verbracht. Das Fest der liebe und der Freude haben wir dann auch mit dem Ami-Film "SWAT" ausklingen lassen. Letzterer ist zwar nicht so der Brüller, aber zum brüllen komisch wenn die Amis (alle drei zufällig aus L.A. dem Ort von SWAT) lustige Gangsta-Kommentare zu den gezeigten Orten abgeben konnten. Habe immer noch Bauchschmerzen vor Lachen... :)
Auf jeden Fall war Weihnachten genau das Gegenteil vom befürchtete "Stefan sitz allein singend in seinem Zimmer vor einer Kerze". Von daher zwar anders als sonst, dafür aber ein unglaublich lustiger und unterhaltsamer Abend wie seit langem nicht mehr.


Soviel für den Moment. Auf jeden Fall die Bilder nicht vergessen. Oder einfach mal was im Gästebuch posten...

stefan:.


Forsetzung folgt...