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Weiße Strände, blaues Meer, rote
Blume im Haar:
Das kann ja nur Fiji sein. |
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Kennt noch jemand den Schnulzfilm "Die Blaue Lagune" aus
den 70er Jahren? Oder etwa den legendären Nachfolger "Die
Rückkehr zur blauen Lagune" aus den 90ern? Nicht??? Ich auch
nicht! Aber vielleicht das geheime Reiseziel von Jim Carrey Film "Die
Truman Show"? Na? Immer noch nicht? Spätestens beim Filmtitel
"Verschollen" mit Tom Hanks müsste der Groschen aber
eigentlich fallen. Denn was haben alle Filme gemeinsam? Richtig: Sie
handeln entweder von Fiji oder wurden hier gedreht (dazu später
mehr).
Quizfrage vorweg: Woran merkt der aufmerksame Reisende :-), dass er
im Flieger nach Fiji sitzt? Na? - Man wird freundlich von der gesamten
Sitzreihe neben einem gebeten (in meinem Fall ein älterer graubärtiger
Herr Anfang 70 sowie seine Gattin, etwa gleiches Baujahr, beide Fiji-Staatsbürger)
die Immigrations-Karte für sie auszufüllen (da beide vermutlich
Probleme mit dem Lesen/Schreiben haben). An sich wenig spektakulär,
aber gerade bei der merkwürdigen Fiji-Immigrations-Karte sowie
den dortigen kryptischen Straßen / Dorfnahmen ("Postleitzahl?
Haben wir keine? Schreib einfach alles von unseren beiden Pässen
ab") kann dieses ganze Unterfangen schon mal an die 20 Minuten
dauern. Dafür wurde man dann mit der originellsten Unterschrift
seit langem belohnt (denn was macht man, wenn man nicht schreiben kann?
Richtig, man "malt" seine Unterschrift. Auch nicht schlecht…
:-)
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Wie in der Rafaello Werbung:
Weißes Wasserflugzeug landet auf türkisfarbenem
Wasser |
Aber was soll's, in Fiji spielt Zeit halt keine Rolle. Denn gleich
das erste, was ich als Antwort auf die Frage nach der Uhrzeit zu hören
bekam war ein freundliches "Time? 11:00 Fiji-Time!"
Wie auch immer: Es gibt wohl kaum einen Ort auf der Welt, in dem die
beiden extreme "Paradies, Frieden, Strand, Sonne, etc" so
nah an "Heruntergekommene Stadt, Kriminalität, Siff, etc"
beinander liegen. Denn einerseits gibt es die Stadt "Nadi"
auf der Hauptinsel (ein Ort, an dem ich es nicht länger als die
zwangsläufige eine Nacht ausgehalten hätte), und auf der
anderen Seite die genau 333 traumhaften Karibikinseln rund um die Hauptinsel.
Eine dieser 333 Inseln, Mana Island, war dann auch für zwei Nächte
meine Heimat. Um nicht große Worte zu verlieren: Die Insel war
das, was man sich als regenverwöhnter / eingeschneiter Mitteleuropäer
unter dem Paradies vorstellt. Weiße Strände, blaues Wasser,
tropische Früchte und exotische Tänze, kurz: Der Traum überhaupt,
gerade wie aus der Rafaelo-TV-Werbung mit der Frau mit dem großen
Hut entsprungen.
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Sonnenuntergang auf Fiji |
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Gute Dinge haben aber in der Regel aber auch immer einen Haken,
und der hieß auf Mana Island schlichtweg "Strom" und
"Telekommunikation". Strom gab es nur zwischen 17 und 8 Uhr
(wird schließlich mühsam mit dem eigenen kleinen Dieselgenerator
erzeugt) und Telekommunikation existierte mit wenigen Ausnahmen schlichtweg
gar nicht: Wenn in der Zwischenzeit der 3. Weltkrieg ausgebrochen wäre,
…, ich hätte es schlichtweg nicht mitbekommen oder auch
gar keine Chance gehabt, es mitzubekommen.
Nun kann man sich fragen: "Und woher wissen die Bewohner der kleineren
Insel wie z.B. Mana Island dann überhaupt, was so in der Welt
los ist?" Die Antwort ist ebenso kurz wie simpel: "Gar nicht".
Stichwörter wie Irak, 2. Weltkrieg, Mondlandung, Hitler, etc'
sind hier schlichtweg Fremdwörter (wobei, den Hitlergruß'
kante man komischerweise :-), und auch sonst war man schlichtweg nicht
informiert was sonst so in der Welt los war.
Da es mir sehr schwer fällt Mana Island zu beschreiben (unterscheidet
sich von so ziemlich allem, was man als Europäer so kennt) am
Besten einfach die Bilder anschauen.
Lediglich die Größe der Insel kann ich in etwa auf 1 km
Durchmesser schätzen, hat es mich doch knapp zwei Stunden (FIji-Time)
gekostet um einmal drum herum am Strand zu laufen (übrigens ein
tolles Gefühl einmal um eine Insel zu laufen).
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So unbeschwert wie auf Mana Island wachsen
nur wenige Kinder auf. |
Besonderheit an Mana Island sind übrigens die 2 (!) Flugfelder.
Eins befindet sich im Meer (durch bunte Schwimm-Fähnchen abgesteckt)
und das andere auf der Insel selbst. Letzteres erkennt man beim Umherwandern
aber erst, nachdem man schon mitten drauf steht und dann das Schild
"Nicht betreten wenn Flugzeug im Anflug" liest. Kurz: Eine
gemähte Wiese. (Nebenbei: Wenn sich ein weißes Flugzeug
im Anflug über dem türkisen Wasser befindet und dann granziös
auf dem Wasser landet und weiße Gischt aufwirbelt wirkt das genauso
dekadent wie in der Rafaelo Werbung (die mit der Frau mit dem großen
weißen Hut :-) . Und hab ich eigentlich schon erwähnt, dass
die Nachbarinsel von Mana Island der Drehort von "Verschollen"
mit Tom Hanks war? (sah übrigens EXAKT aus wie im Film)
Einerseits für Europäer höchst verwunderlich, andererseits
aber auch ebenso wunderbar: Kein Stress, kein Telefon, kein Internet.
Einfach gar nix außer Ruhe und das Rauschen der Wellen. Eine
derartige Ruhe (also auch in Form von Abwesenheit von Hektik) habe
ich bisher noch nicht erlebt. Alle Einwohner von Mana Island (die leben
dort noch immer in Dörfern mit ihrem eigenen Chief) schlurfen
Tag für Tag gemütlich durch die Gegend und gehen ihrer Hauptbeschäftigung
nach: "Chillen", zu deutsch: ausruhen, nix tun, rumlungern,
baden gehen, sonnen, essen, Karva trinken (Tee der ein taubes Gefühl
in der Zunge verursacht und beruhigend wirkt) etc.
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Traumhafter Sonnenuntergang auf Mana Island |
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Was mir aber auf der anderen Seite aber auch mal wieder aufgefallen
ist: Ich kann nicht oder nur schwer über einen längeren Zeitraum
nichts tun. Denn für mich waren die zwei Tage auf meiner kleinen
Mana Island genau die Optimalzeit, nach der das Sättigungsgefühl
auftrat. Klar kann man dort einmal um die ganze Insel laufen, den Aussichts-
"Berg" erklimmen, schnorcheln und schwimmen gehen. Aber das
war's dann aber auch schon. Kurz: Meine zwei Tage Aufenthalt waren
genau die richtige Zeitspanne zum genießen und alles sehen. (Meine
in Malaysia erstandene open-water Tauchlizenz konnte übrigens
wegen dem unmittelbarem Flug danach leider nicht zum Zug Kommen).
Was bleibt sind neben unvergesslichen Karibik-Eindrücken sicher
auch die Frage, ob der ungezwungene und gemütliche Fiji-"Way
of Life" (den ganzen Tag einfach gar nix machen) tatsächlich
so ist, wie die ganze Welt "eigentlich leben sollte" (so
die Meinung eines Bewohners zu mir). In gewisser Hinsicht ja, vielleicht,
denn unzufriedene Fiji-Bewohner habe ich während der drei Tage
nicht zu Gesicht bekommen. Aber andererseits (auch wenn's hochphilosophisch
klingt): Wären die Menschen schon auf dem Mond gelandet oder könnte
ich diese Zeilen am anderen Ende der Welt auf einem Laptop schreiben
wenn alle Menschen so ungezwungen und urlaubsmäßig leben
würden? - "Ma weiß et nit?" lautet wohl die Antwort.
So, genug gesponnen...
In diesem Sinne…
stefan:.
Forsetzung folgt...